Effiziente Stromnutzung statt klimachädigenden Kohlestrom
Gemeinsame Medienmitteilung der Grüne Partei des Kantons Glarus und des WWF Glarus
WWF und Grüne fordern effiziente Stromnutzung anstatt klimaschädigenden Kohlestrom
Zur Verhinderung einer angeblichen Stromknappheit müsse die SN Energie - so die Geschäftsleitung - in Norddeutschland mit Kohle aus Südamerika Strom für das Glarnerland produzieren. Die Möglichkeit, dass Strom effizienter genutzt werden könnte, wird nicht in Betracht gezogen.
Mehr als ein Drittel des verbrauchten Stromes könnte in der Schweiz durch einen Austausch von ineffizienten Geräten (Elektroheizungen, Elektroboiler, Motoren, Beleuchtung, usw.) mit neueren, effizienten Geräten eingespart werden. Studien im In- und Ausland zeigen, dass es viel billiger ist, ineffiziente Geräte zu ersetzen, als diese weiterhin zu benutzen und dafür mehr Strom zu produzieren. Gemäss der internationalen Energieagentur IEA beträgt das Verhältnis 1 : 2.2, d.h. jeder Franken, welcher für den Ersatz von ineffizienten Geräten ausgegeben wird, spart Fr. 2.20 Investitionskosten für den Ausbau der Stromproduktion.
Anstatt 45 Mio. Franken nach Norddeutschland zu schicken um 10% mehr Strom zu produzieren, könnte die SN Energie weniger als die Hälfte, also rund 20 Mio. Franken in der Schweiz in ihrem Versorgungsgebiet investieren um damit den raschen Ersatz von Stromfressern (insbesondere Elektroheizungen und Elektroboiler) zu fördern. Dadurch würde der Strombedarf im Versorgungsgebiet um 10 bis 15% sinken, sodass die angebliche Stromknappheit ebenfalls verhindert würde. Von der Investition in der Region könnte zudem das einheimische Gewerbe profitieren.
Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ist es wesentlich sinnvoller, den Ersatz von Stromfressern zu fördern, als Geld in neue Produktionsanlagen zu investieren. Aber bisher wollte die SN Energie nichts davon wissen. Je mehr Strom sie verkaufen kann, desto höher sind die Gewinnaussichten für die Firma. Um eine Änderung dieser Strategie zu bewirken, müssen deshalb die Aktionärsgemeinden über ihre Verwaltungsräte aktiv werden. Denn von einer Gemeinde kann eine gesamtwirtschaftliche Sicht erwartet werden.
Grüne und WWF Glarus fordern den Gemeinderat von Schwanden deshalb auf, die SN Energie zur Investition von 20 Mio. Franken für Stromeffizienz in der Schweiz zu bewegen, anstatt 45 Mio. Franken für ein Kohlekraftwerk in Deutschland zu investieren. Es bleibt zu hoffen, dass der Schwandner Gemeinderat seine gesellschaftliche Verantwortung wahrnimmt und die klimaschädigende Strategie von SN Energie bald korrigieren wird.
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| Durch den Ersatz von Elektroheizungen z.B. mit Wärmepumpen könnte sehr viel Strom eingespart werden. (Bild ©Sabine Rock/Greenpeace) |
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Deutschland macht mobil gegen neue Kohlekraftwerke