Zukunft Flugplatz Mollis - unsere Forderungen

Das in der Südostschweiz vom 3. April 08 publizierte Raumordnungskonzept (ROK) Flugplatz Mollis weist noch grosse Schwächen auf und muss dringend verbessert werden. In einer Stellungnahme zu Handen der Regierung haben die Grünen Glarus Nord ihre Sichtweise dargelegt. Unsere wichtigsten Forderungen sind:

 

Kein zusätzlicher Fluglärm im Glarnerland

Ein Flugbetrieb im heutigen Umfang (8'000 bis 10'000 Flugbewegungen pro Jahr) ist vermutlich für eine Mehrheit der Bevölkerung akzeptierbar. Die geplante Verdoppelung der Flüge und damit verbunden eine Lärmbelastung bis auf das gesetzlich erlaubte Maximum würde jedoch die Lebensqualität in Glarus Nord extrem negativ beeinflussen. Wir fordern deshalb eine Beschränkung auf das heutigen Niveau, d.h. max. 10'000 Flugbewegungen pro Jahr.

Zusätzliche Flüge führen automatisch zu einer Beeinträchtigung der Wohn- und Erholungsqualität - zu einer Beeinträchtigung, die durch nichts aufgewogen werden kann. Die Grünen Glarus Nord fordern, dass eine hohe Lebensqualität gegenüber Prestigedenken und wirtschaftlichen Überlegungen klar priorisiert werden muss.

Bei allfälligen nachträglichen Änderungen dieses Kontingentes muss unbedingt eine direkte demokratische Mitsprache der betroffenen Bevölkerung möglich sein (z.B. kantonale Volksinitiative bzw. Referendum oder obligatorische Behandlung an der nächsten Landsgemeinde).

 

Rollfeld weiterhin zugänglich für die Bevölkerung

Der Rollweg für die Freizeitnutzung und der Radweg müssen grundsätzlich offen bleiben. Es muss eine Lösung gefunden werden, so dass der Rollweg nur sporadisch, wenn er von Flugzeugen benutzt wird, gesperrt wird.

Mit der geplanten Verschiebung des Radweges an die Linth sind wir nicht einverstanden. Ein asphaltierter, 2,5 m breiter Radweg neben dem bereits bestehenden, ebenfalls 2,5 m breiten Fussweg würde optisch den Eindruck einer Strasse ergeben und damit die Schönheit des Flussufers zerstören. Ausserdem wären diese beiden Wege kein Ersatz für den gesperrten Rollweg.

 

Keine Militärjets

Die Rückkehr der Flugwaffe nach Mollis und die ganzjährige Stationierung von Militärjets könnte vermutlich einige Arbeitsplätze schaffen. Der durch die Jets Tag für Tag verursachte Fluglärm würde jedoch die Lebensqualität in der gesamten Region Linth / Glarnerland in einem bisher nicht gekannten Ausmass schädigen. Denn das VBS evaluiert zur Zeit als Ersatz für die Tiger neue Kampfflugzeuge, welche alle noch lauter sein sollen, als die beim Start extrem lauten F/A-18. Bei einer ganzjährigen Stationierung von Kampfflugzeugen auf dem Flugplatz Mollis müsste deshalb mit täglichen Flügen und somit einer massiv verschlechterten Wohnqualität gerechnet werden.

Wir fordern die Glarner Regierung und die Glarner Bundesparlamentarier deshalb auf, ihren Einfluss in Bern geltend zu machen, damit Mollis möglichst bald wieder von der Liste der möglichen Standorte für Kampfflugzeuge gestrichen wird.

 

Ehrliche Argumentation - kann der Flugbetrieb Arbeitsplätze schaffen?

Die suggestive Argumentation, mit der Verdoppelung der Anzahl Flugbewegungen könnten 80 - 100 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, ist schlicht unredlich. Sogar der Flugplatzverein spricht nur von "maximal 1 bis 2 Arbeitsplätzen", welche mit dem Ausbau des Flugbetriebes entstehen könnten.

Niemand kann ernsthaft gegen die Schaffung von Arbeitsplätzen in unserem Kanton sein. Wenn mit der Schaffung von Arbeitsplätzen aber eine Verdoppelung der Flugbewegungen begründet werden soll, dann müssen konkrete und belastbare Zusagen von Firmen dahinter stecken und nicht Wunschgedanken. Wir möchten daran erinnern, dass ein derartiger Ausbau der Betriebe am Flugplatz schon in der Vergangenheit problemlos möglich gewesen wäre.

 

Keine neue Industriezone am Flugplatz Mollis

Glarus Nord hat bereits genügend Reserven an Industriezonen. Auch das Industrieland der Gemeinde Mollis direkt an der Autobahn konnte bisher keinem produzierenden Betrieb verkauft werden, obwohl die Verkehrsanbindung wesentlich optimaler ist. Die südlich des „Haltenguets" geplante Industrie- und Gewerbezone macht deshalb keinen Sinn.

 

Demokratisches Mitspracherecht

Entscheidend für die künftige Form des Flugplatz Mollis wird der Leistungsauftrag der öffentlichen Hand an den Betreiber sein. Wir fordern, dass dem Volk, den Umweltverbänden und den Parteien ein echtes Mitspracherecht bei der Ausarbeitung dieses Vertrages eingeräumt wird.

 

Schlussbemerkung

Der Flugplatz muss weiterhin als Naherholungsgebiet offen bleiben für die Bevölkerung. Zusätzlicher Fluglärm, sei er von privaten oder militärischen Flugzeugen, ist in unserem engen Bergtal absolut unerwünscht und würde die Lebensqualität eines Grossteils der Bevölkerung negativ beeinflussen. Im derzeitigen Konzept "Zukunft Flugplatz Mollis" wird die wirtschaftliche Bedeutung des Flugplatzes für den Kanton Glarus massiv überschätzt und seine Bedeutung als Naherholungsgebiet unterschätzt. Wir lehnen es ab, den Flugbetrieb aus Prestigegründen auszubauen.